Mathematik 1: Semesterklausur — Skript

Aussagenlogik, Mengenlehre, Relationen, Abbildungen, Folgen, Reihen & Potenzreihen — Stoff der Semesterklausur (1. Prüfungsteil)

Kompakt aufbereitetes Skript mit Formeln, Beispielen und Skizzen — das erste Kapitel ist komplett kostenlos, der Rest schaltest du mit dem Modul frei.

Kap. 1

Aussagenlogik

Mathematische Argumentation beruht auf präzisen logischen Regeln. Dieses Kapitel führt die Grundbausteine ein, mit denen sich jede spätere mathematische Aussage exakt formulieren und beweisen lässt.

1.1 Aussagen und Junktoren

Eine Aussage ist ein sprachliches Gebilde, dem eindeutig genau einer der Wahrheitswerte wahr (w) oder falsch (f) zugeordnet werden kann. Aus einfachen Aussagen lassen sich mit Junktoren zusammengesetzte Aussagen bilden: Negation (¬), Konjunktion (∧, 'und'), Disjunktion (∨, 'oder', einschließend), Implikation (⇒) und Äquivalenz (⇔).

Aussage

Sprachliches Gebilde mit eindeutigem Wahrheitswert (wahr oder falsch).

Junktor

Verknüpfungsoperator zwischen Aussagen, z. B. ∧, ∨, ¬, ⇒, ⇔.

Der Wahrheitswert einer zusammengesetzten Aussage hängt ausschließlich von den Wahrheitswerten ihrer Teilaussagen ab und lässt sich systematisch in einer Wahrheitstafel bestimmen — dies ist die Grundlage jeder formalen Beweisführung.

Beispiel:Die Aussage 'Es regnet, und die Straße ist nass' ist eine Konjunktion zweier Teilaussagen A ('es regnet') und B ('die Straße ist nass'); sie ist nur dann wahr, wenn beide Teilaussagen wahr sind.

1.2 Tautologien und wichtige Äquivalenzen

Eine Tautologie ist eine zusammengesetzte Aussage, die für jede Belegung ihrer Teilaussagen wahr ist — sie ist logisch immer gültig, unabhängig vom konkreten Wahrheitsgehalt der Bestandteile. Wichtige Tautologien liefern die Grundregeln des Beweisens.

Tautologie

Aussage, die unabhängig von den Wahrheitswerten ihrer Teilaussagen stets wahr ist.

Zu den wichtigsten Äquivalenzen zählen die De Morganschen Regeln ¬(A∧B) ⇔ ¬A∨¬B und ¬(A∨B) ⇔ ¬A∧¬B, sowie das Kontrapositionsgesetz A⇒B ⇔ ¬B⇒¬A, das die Grundlage vieler indirekter Beweise bildet. Die folgende Tabelle fasst die gebräuchlichsten Äquivalenzen zusammen.

Wichtige logische Äquivalenzen
RegelÄquivalenz
Doppelte Verneinung¬¬A ⇔ A
De Morgan (∧)¬(A∧B) ⇔ ¬A∨¬B
De Morgan (∨)¬(A∨B) ⇔ ¬A∧¬B
KontrapositionA⇒B ⇔ ¬B⇒¬A
Implikation als DisjunktionA⇒B ⇔ ¬A∨B
DistributivgesetzA∧(B∨C) ⇔ (A∧B)∨(A∧C)
Beispiel:Um 'wenn n² gerade ist, dann ist n gerade' zu zeigen, beweist man stattdessen die logisch äquivalente Kontraposition: 'wenn n ungerade ist, dann ist n² ungerade' — oft der einfachere Weg.

1.3 Quantoren

Der Allquantor ∀ ('für alle') und der Existenzquantor ∃ ('es existiert') erlauben es, Aussagen über ganze Mengen von Objekten zu treffen, z. B. ∀x∈M: P(x) ('für alle x aus M gilt die Eigenschaft P'). Die Negation eines quantifizierten Ausdrucks vertauscht dabei stets den Quantor: ¬(∀x: P(x)) ⇔ ∃x: ¬P(x).

Allquantor (∀)

Quantor, der aussagt, dass eine Eigenschaft für alle Elemente einer Menge gilt.

Existenzquantor (∃)

Quantor, der aussagt, dass mindestens ein Element mit einer Eigenschaft existiert.

Bei mehreren Quantoren ist die Reihenfolge entscheidend: ∀x∃y: P(x,y) ist eine grundsätzlich andere Aussage als ∃y∀x: P(x,y) — im ersten Fall darf y von x abhängen, im zweiten Fall muss ein einziges y für alle x gleichzeitig funktionieren.

Beispiel:'Für jede natürliche Zahl n existiert eine größere natürliche Zahl m' (∀n∃m: m>n) ist wahr; 'es existiert eine natürliche Zahl m, die größer ist als jede natürliche Zahl n' (∃m∀n: m>n) ist dagegen falsch.
Kap. 2

Mengenlehre

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Mengen sind das grundlegende Ordnungsprinzip der Mathematik: Fast jedes mathematische Objekt lässt sich als Menge oder als Element einer Menge auffassen. Dieses Kapitel behandelt die zentralen Mengenoperationen und ihre Rechenregeln.

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Kap. 3

Exkurs: Algebraische Strukturen

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Viele der Rechenregeln, die wir aus dem Umgang mit Zahlen kennen, lassen sich als Eigenschaften abstrakter algebraischer Strukturen fassen. Dieser Exkurs zeigt, wie Gruppen, Ringe und Körper diese Regeln systematisieren.

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Kap. 4

Kombinatorik und das Laplace-Modell

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Kombinatorik liefert die Zähltechniken, um die Anzahl möglicher Anordnungen und Auswahlen zu bestimmen — die Grundlage jeder klassischen Wahrscheinlichkeitsrechnung im Laplace-Modell. Da Kombinatorik im Kern nur auf Mengen und Abzählen aufbaut, schließt sie hier direkt an die Mengenlehre an.

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Kap. 5

Relationen

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Relationen formalisieren, wie Objekte zueinander in Beziehung stehen — von der Gleichheit über Ordnungen bis zur Äquivalenz. Dieses Kapitel behandelt die wichtigsten Eigenschaften und Klassen von Relationen.

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Kap. 6

Vollständige Induktion und die natürlichen Zahlen

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Die vollständige Induktion ist eines der wichtigsten Beweiswerkzeuge der Mathematik, um Aussagen über alle natürlichen Zahlen zu zeigen. Dieses Kapitel erklärt ihr Funktionsprinzip anhand der Konstruktion der natürlichen Zahlen.

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Kap. 7

Abbildungen

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Abbildungen (Funktionen) sind das zentrale Werkzeug, um Elemente einer Menge Elementen einer anderen Menge zuzuordnen. Dieses Kapitel klärt die wichtigsten Eigenschaften, die eine Abbildung haben kann.

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Kap. 8

Die reellen Zahlen

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Die reellen Zahlen bilden das Fundament der Analysis. Dieses Kapitel behandelt ihre grundlegenden Ordnungseigenschaften, den entscheidenden Unterschied zu den rationalen Zahlen — die Vollständigkeit — sowie den daraus folgenden strukturellen Zusammenhang zwischen ℚ und ℝ.

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Kap. 9

Folgen

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Folgen sind geordnete, unendliche Listen von Zahlen und der Ausgangspunkt für den zentralen Analysis-Begriff des Grenzwerts. Dieses Kapitel behandelt Konvergenz, Grenzwertsätze, wichtige Beispiele und die Eulersche Zahl.

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Kap. 10

Teilfolgen, Häufungspunkte und Cauchy-Folgen

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Nicht jede Folge konvergiert — aber jede beschränkte Folge besitzt konvergente Teilfolgen. Dieses Kapitel behandelt dieses zentrale Resultat sowie zwei eng verwandte Konzepte: Cauchy-Folgen und die Größen Limes superior und Limes inferior.

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Kap. 11

Reihen

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Reihen sind unendliche Summen — auf den ersten Blick paradox, aber mit dem Konvergenzbegriff der Folgen präzise fassbar. Dieses Kapitel behandelt Konvergenzkriterien, die wichtigsten Standardreihen sowie weiterführende Techniken.

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Kap. 12

Potenzreihen und spezielle Funktionen

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Potenzreihen verallgemeinern Polynome zu unendlichen Reihen und liefern damit die Grundlage, um wichtige nichtpolynomiale Funktionen (Exponentialfunktion, Sinus, Kosinus) exakt zu definieren — samt ihrer wichtigsten strukturellen Eigenschaften wie Periodizität und Additionstheoremen.

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