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Mathematik 1: Semesterklausur — Skript

Aussagenlogik, Mengenlehre, Relationen, Abbildungen, Folgen, Reihen & Potenzreihen — Stoff der Semesterklausur (1. Prüfungsteil)

Kompakt aufbereitetes Skript mit Formeln, Beispielen und Skizzen — das erste Kapitel ist komplett kostenlos, der Rest schaltest du mit dem Modul frei.

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Kap. 1

Aussagenlogik

Jede mathematische Theorie steht und fällt mit der Präzision ihrer Sprache. Bevor wir in Kapitel 2 über Mengen und später über Zahlen, Folgen und Reihen sprechen, brauchen wir deshalb ein Werkzeug, mit dem sich Behauptungen eindeutig formulieren und ihre Wahrheit lückenlos begründen lässt: die Aussagenlogik. Sie liefert das Vokabular für jeden Beweis, der in diesem Skript folgt.

1.1 Aussagen und Wahrheitswerte

Eine Aussage ist ein sprachliches Gebilde, dem eindeutig genau einer der Wahrheitswerte wahr (w) oder falsch (f) zugeordnet werden kann. 'Es regnet' ist umgangssprachlich keine Aussage in diesem Sinn (der Wahrheitswert hängt von Ort und Zeit ab), wohl aber '7 ist eine Primzahl' oder '2 + 2 = 5'.

Aussage

Ein sprachliches Gebilde, dem genau einer der Wahrheitswerte wahr oder falsch zugeordnet werden kann.

Wahrheitswert

Der Wert w (wahr) oder f (falsch), den eine Aussage annimmt.

Fragen, Befehle und Ausrufe sind keine Aussagen, da ihnen kein Wahrheitswert zukommt. Aus einfachen Aussagen lassen sich mit Hilfe von Junktoren komplexere Aussagen zusammensetzen — das ist der Gegenstand des nächsten Abschnitts.

Beispiel:'23 ist eine ungerade Zahl' ist eine wahre Aussage. 'Jede gerade Zahl größer als 2 ist eine Primzahl' ist eine falsche Aussage (Gegenbeispiel: 4).

1.2 Junktoren und Wahrheitstafeln

Aus Aussagen A, B werden mit Junktoren neue Aussagen gebildet: die Negation ¬A ('nicht A'), die Konjunktion A ∧ B ('A und B'), die Disjunktion A ∨ B ('A oder B', nicht ausschließend), die Implikation A ⇒ B ('wenn A, dann B') und die Äquivalenz A ⇔ B ('A genau dann, wenn B'). Der Wahrheitswert der zusammengesetzten Aussage hängt dabei ausschließlich von den Wahrheitswerten von A und B ab und lässt sich in einer Wahrheitstafel vollständig auflisten.

Konjunktion A ∧ B

Wahr genau dann, wenn sowohl A als auch B wahr sind.

Disjunktion A ∨ B

Wahr genau dann, wenn mindestens eine der beiden Aussagen A, B wahr ist (nicht-ausschließendes Oder).

Implikation A ⇒ B

Falsch genau dann, wenn A wahr und B falsch ist; in allen anderen Fällen wahr.

Besonders gewöhnungsbedürftig ist die Implikation: A ⇒ B ist nur dann falsch, wenn A wahr und B falsch ist. Ist A bereits falsch, so ist A ⇒ B automatisch wahr — unabhängig vom Wahrheitswert von B ('ex falso quodlibet').

Beispiel:'Wenn 5 gerade ist, dann ist 3 eine Primzahl' ist als Implikation wahr, obwohl die Prämisse '5 ist gerade' falsch ist — die Implikation als Ganzes bewertet nur den Zusammenhang, nicht die einzelnen Bestandteile.

1.3 Äquivalenzumformungen: De Morgan und Kontraposition

Zwei zusammengesetzte Aussagen heißen logisch äquivalent, wenn sie unter jeder möglichen Belegung ihrer Bestandteile denselben Wahrheitswert annehmen — nachweisbar durch den Vergleich der vollständigen Wahrheitstafeln. Zwei Äquivalenzen werden in fast jedem Beweis dieses Skripts implizit verwendet.

Kontraposition

Die zu A ⇒ B logisch äquivalente Aussage ¬B ⇒ ¬A; oft der einfachere Weg, eine Implikation zu beweisen.

Die Regeln von De Morgan übersetzen Negationen von Konjunktionen bzw. Disjunktionen: ¬(A ∧ B) ⇔ (¬A) ∨ (¬B) und ¬(A ∨ B) ⇔ (¬A) ∧ (¬B). Die Kontraposition liefert eine zur Implikation äquivalente, oft leichter zu zeigende Aussage: A ⇒ B ist äquivalent zu (¬B) ⇒ (¬A). Ein Beweis 'durch Kontraposition' nutzt genau diese Äquivalenz.

¬(A ∧ B) ⇔ ¬A ∨ ¬B
¬(A ∨ B) ⇔ ¬A ∧ ¬B
(A ⇒ B) ⇔ (¬B ⇒ ¬A)
Kap. 2

Mengenlehre

🔒 Gesperrt

Mengen sind der gemeinsame Grundbaustein fast aller mathematischen Objekte, die in diesem Skript vorkommen — von den natürlichen Zahlen über Relationen und Abbildungen bis zu den reellen Zahlen. Dieses Kapitel legt mit der Sprache der Aussagenlogik aus Kapitel 1 die grundlegenden Begriffe und Operationen der Mengenlehre fest.

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Kap. 3

Exkurs: Gruppen, Ringe und Körper

🔒 Gesperrt

Bevor wir in späteren Kapiteln mit den reellen Zahlen rechnen, lohnt sich ein Blick auf die abstrakte Struktur, die hinter dem Rechnen mit Zahlen steckt. Dieser Exkurs führt Verknüpfungsgebilde wie Gruppen, Ringe und Körper ein — Begriffe, die zeigen, welche der vertrauten Rechengesetze wirklich benötigt werden, damit z. B. Gleichungen eindeutig lösbar sind.

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Kap. 4

Relationen

🔒 Gesperrt

Mit dem kartesischen Produkt aus Kapitel 2 lässt sich präzise fassen, was es bedeutet, dass zwei Objekte 'in Beziehung stehen'. Relationen verallgemeinern damit Konzepte wie Gleichheit, Kleiner-Gleich oder Teilbarkeit und liefern insbesondere mit den Äquivalenzrelationen ein Werkzeug, um Mengen sinnvoll in Klassen einzuteilen.

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Kap. 5

Die natürlichen Zahlen und vollständige Induktion

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Die natürlichen Zahlen N = {1, 2, 3, ...} scheinen intuitiv klar, doch um Aussagen über 'alle' natürlichen Zahlen rigoros zu beweisen, braucht es ein eigenes Beweisprinzip: die vollständige Induktion. Sie wird im weiteren Verlauf des Skripts immer wieder verwendet, etwa bei Summenformeln in der Kombinatorik (Kapitel 7) und bei zentralen Ungleichungen im Kapitel über Folgen (Kapitel 9).

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Kap. 6

Abbildungen

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Abbildungen sind Relationen (Kapitel 4) mit einer zusätzlichen Eindeutigkeitsanforderung und gehören zu den am häufigsten verwendeten Objekten der Mathematik — von einfachen Funktionsvorschriften bis zu den Folgen in Kapitel 9, die selbst nichts anderes als Abbildungen von N nach R sind. Dieses Kapitel führt die zentralen Eigenschaften Injektivität, Surjektivität und Bijektivität ein.

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Kap. 7

Kombinatorik und das Laplace-Modell

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Die Kombinatorik beantwortet die Frage, wie viele Möglichkeiten es für bestimmte Anordnungen oder Auswahlen gibt — ein Handwerkszeug, das sowohl in der Wahrscheinlichkeitsrechnung als auch beim Abzählen von Abbildungen zwischen endlichen Mengen (Kapitel 6) unverzichtbar ist. Am Ende des Kapitels führt dies direkt zum Laplace-Modell für Zufallsexperimente mit endlich vielen, gleichwahrscheinlichen Ausgängen.

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Kap. 8

Die reellen Zahlen

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Mit dem Körperbegriff aus Kapitel 3 im Gepäck lässt sich genau beschreiben, was die reellen Zahlen R vor den rationalen Zahlen Q auszeichnet: die Vollständigkeit. Dieses Kapitel führt Schranken, Supremum und Infimum ein und formuliert das Vollständigkeitsaxiom — die Eigenschaft, ohne die die spätere Konvergenztheorie für Folgen (Kapitel 9) nicht funktionieren würde.

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Kap. 9

Folgen

🔒 Gesperrt

Mit den reellen Zahlen und insbesondere dem Vollständigkeitsaxiom aus Kapitel 8 ausgestattet, können wir jetzt den zentralen Begriff der Analysis einführen: die Konvergenz einer Folge. Dieses Kapitel entwickelt den Grenzwertbegriff, die wichtigsten Rechenregeln sowie die Eulersche Zahl e — Werkzeuge, die in den Kapiteln 10 bis 13 durchgehend gebraucht werden.

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Kap. 10

Teilfolgen, Häufungspunkte und die Dichtheit von Q in R

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Nicht jede Folge konvergiert — aber jede beschränkte Folge enthält, wie dieses Kapitel zeigt, zumindest eine konvergente Teilfolge. Die daraus entwickelten Begriffe Häufungspunkt, Limes superior und Limes inferior verfeinern den Konvergenzbegriff aus Kapitel 9 und bereiten wichtige Konvergenzkriterien für Reihen in Kapitel 11 vor.

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Kap. 11

Reihen

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Eine Reihe ist nichts anderes als eine Folge von Partialsummen — und damit lässt sich die gesamte Konvergenztheorie aus den Kapiteln 9 und 10 direkt anwenden. Dieses Kapitel entwickelt die wichtigsten Konvergenzkriterien für Reihen, von der geometrischen Reihe bis zum Wurzelkriterium, und schließt mit dem Cauchy-Produkt als Werkzeug für die Exponentialfunktion in Kapitel 13.

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Kap. 12

Potenzreihen

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Potenzreihen verallgemeinern Polynome zu 'unendlich langen Polynomen' und liefern damit die Sprache, in der die speziellen Funktionen aus Kapitel 13 — Exponentialfunktion, Sinus und Kosinus — überhaupt erst definiert werden. Dieses Kapitel klärt, für welche x eine Potenzreihe konvergiert, mithilfe der Kriterien aus Kapitel 11.

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Kap. 13

Spezielle Funktionen

🔒 Gesperrt

Im letzten Kapitel führen alle bisherigen Werkzeuge zusammen: Mit Potenzreihen (Kapitel 12) und dem Cauchy-Produkt (Kapitel 11) definieren wir die Exponentialfunktion sowie Sinus und Kosinus für alle reellen Argumente — und leiten daraus sogar eine rein analytische Definition der Kreiszahl π her, ganz ohne Rückgriff auf Geometrie.

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