Technische Mechanik — Skript

Statik und Festigkeitslehre

Kompakt aufbereitetes Skript mit Formeln, Beispielen und Skizzen — das erste Kapitel ist komplett kostenlos, der Rest schaltest du mit dem Modul frei.

Kap. 1

Kräfte, Axiome und der starre Körper

Die Statik untersucht Körper im Kräftegleichgewicht — die Grundlage jeder Tragwerksberechnung. Dieses Kapitel führt das Modell des starren Körpers und die grundlegenden Axiome der Kräftelehre ein.

1.1 Das Modell des starren Körpers

Die Statik idealisiert reale Bauteile häufig als starre Körper: Körper, deren Verformung unter Belastung vernachlässigbar klein ist und die deshalb für die Gleichgewichtsbetrachtung als formstabil angenommen werden. Diese Idealisierung erlaubt es, Kräfte und Momente ohne Rücksicht auf tatsächliche (meist winzige) elastische Verformungen zu bilanzieren.

Starrer Körper

Idealisierter Körper ohne Verformung, dessen Geometrie unter Belastung als unverändert angenommen wird.

Für die Frage nach tatsächlichen Verformungen und Materialbeanspruchungen (Festigkeitslehre, ab Kapitel 7) wird diese Idealisierung wieder aufgegeben — Statik und Festigkeitslehre bauen aufeinander auf, arbeiten aber mit unterschiedlich präzisen Körpermodellen.

Beispiel:Bei der Berechnung der Auflagerkräfte einer Brücke wird die Brücke zunächst als starrer Körper behandelt (Gleichgewicht der äußeren Kräfte), auch wenn sie sich unter Last real geringfügig durchbiegt — diese Durchbiegung wird erst in der Festigkeitslehre gesondert betrachtet.

1.2 Kraft als Vektor und das Kräfteparallelogramm

Eine Kraft ist eine vektorielle Größe, charakterisiert durch Betrag, Richtung und Angriffspunkt. Zwei an einem Punkt angreifende Kräfte lassen sich nach dem Kräfteparallelogramm zu einer resultierenden Kraft zusammenfassen: Die Diagonale des von beiden Kraftvektoren aufgespannten Parallelogramms ergibt die Resultierende.

Kräfteparallelogramm

Konstruktionsprinzip zur Zusammensetzung zweier Kräfte zu einer resultierenden Kraft.

Rechnerisch lässt sich diese Zusammensetzung einfacher über Komponentenzerlegung durchführen: Jede Kraft wird in ihre x- und y-Komponenten zerlegt, die Komponenten werden separat addiert, und aus der resultierenden Summenkomponente wird die Gesamtkraft rekonstruiert.

Beispiel:Zwei Kräfte F₁=(3,4)kN und F₂=(1,−2)kN, die am selben Punkt angreifen, ergeben eine Resultierende F_res=(4,2)kN mit Betrag |F_res|=√(4²+2²)=√20≈4,47kN.

1.3 Die Newtonschen Axiome in der Statik

Die Statik stützt sich auf die drei Newtonschen Axiome: das Trägheitsprinzip (ein Körper ohne resultierende äußere Kraft bleibt in Ruhe oder gleichförmiger Bewegung), das Aktionsprinzip (Kraft = Masse mal Beschleunigung, in der Statik jedoch stets mit Beschleunigung=0, also resultierende Kraft=0), und das Reaktionsprinzip (actio=reactio: übt Körper A eine Kraft auf Körper B aus, übt B eine gleich große, entgegengesetzt gerichtete Kraft auf A aus).

Reaktionsprinzip (actio=reactio)

Übt Körper A eine Kraft auf B aus, übt B eine gleich große, entgegengesetzte Kraft auf A aus.

Das Reaktionsprinzip ist die Grundlage jeder Schnittprinzip-Anwendung: Trennt man ein System an einer Stelle gedanklich auf, müssen an der Schnittstelle Kräfte eingeführt werden, die auf beiden Seiten des Schnitts exakt entgegengesetzt gleich groß sind.

Beispiel:Ein Buch, das auf einem Tisch ruht, übt durch sein Gewicht eine Kraft auf den Tisch aus; nach dem Reaktionsprinzip übt der Tisch eine gleich große, nach oben gerichtete Normalkraft auf das Buch aus — nur dadurch bleibt das Buch in Ruhe.
Kap. 2

Kraftgruppen, Hebelgesetz und das Moment einer Kraft

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Kräfte, die nicht am selben Punkt angreifen, erzeugen zusätzlich zur reinen Kraftwirkung eine Drehwirkung. Dieses Kapitel führt den Momentbegriff ein, der für jede Tragwerksberechnung unverzichtbar ist.

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Kap. 3

Gleichgewicht, Lagerarten und statische Bestimmtheit

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Um Tragwerke zu berechnen, muss zunächst geklärt werden, wie sie gelagert sind und ob überhaupt genügend Gleichungen zur Verfügung stehen, um alle unbekannten Lagerkräfte zu bestimmen.

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Kap. 4

Haftreibung, Seilreibung und der Kraftkegel

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Reibung ist in realen Konstruktionen allgegenwärtig — sie kann sowohl unerwünschte Bewegungshemmung als auch notwendige Stabilisierung bedeuten. Dieses Kapitel behandelt die grundlegenden Reibungsmodelle der Statik.

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Kap. 5

Fachwerke: Knotenschnitt- und Rittersches Verfahren

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Fachwerke sind aus geraden Stäben zusammengesetzte Tragwerke, die ausschließlich Zug- und Druckkräfte übertragen. Dieses Kapitel behandelt die zwei klassischen Verfahren zur Bestimmung der Stabkräfte.

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Kap. 6

Schnittgrößen am geraden Balken

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Anders als Fachwerksstäbe übertragen Balken zusätzlich zu Normalkräften auch Querkräfte und Biegemomente. Dieses Kapitel behandelt, wie diese sogenannten Schnittgrößen entlang eines Balkens bestimmt werden.

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Kap. 7

Spannungen, Dehnungen und das Hookesche Gesetz

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Während die Statik nur äußere Kräfte und Momente bilanziert, untersucht die Festigkeitslehre, wie stark ein Material dadurch tatsächlich beansprucht wird. Dieses Kapitel führt die Grundgrößen Spannung und Dehnung ein.

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Kap. 8

Flächenträgheitsmoment und der Satz von Steiner

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Wie stark sich ein Balken unter Biegebelastung verformt, hängt nicht nur von der Querschnittsfläche, sondern maßgeblich von deren geometrischer Verteilung ab. Dieses Kapitel führt das Flächenträgheitsmoment als zentrale Querschnittskenngröße ein.

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Kap. 9

Gerade Biegung und die Biegelinie

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Balken unter Querlast erfahren Biegung — die häufigste Beanspruchungsart im Bauwesen und Maschinenbau. Dieses Kapitel behandelt die Berechnung von Biegespannungen und der Durchbiegung.

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Kap. 10

Mehrteilige Tragwerke und der Gelenkbalken

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Nicht jedes Tragwerk lässt sich als einzelner starrer Körper behandeln. Dieses Kapitel behandelt mehrteilige Systeme, bei denen Zwischengelenke zusätzliche Freischnitte und Gleichgewichtsbetrachtungen erfordern.

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Kap. 11

Exkurs: Mehrachsiger Spannungszustand und der Mohrsche Spannungskreis

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Reale Bauteile sind oft nicht nur einachsig, sondern gleichzeitig in mehreren Richtungen beansprucht. Dieser Exkurs behandelt, wie sich solche komplexeren Spannungszustände systematisch analysieren lassen.

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Kap. 12

Exkurs: Knicken von Stäben nach Euler

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Schlanke, druckbelastete Stäbe versagen nicht immer durch reines Materialversagen, sondern können vorher seitlich ausknicken. Dieser abschließende Exkurs behandelt die klassische Euler-Theorie des Knickens.

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